Über Mentoring

Wissen ist die einzige Ressource, die sich potenziert, wenn man sie teilt.

Wenn es richtig gemacht wird.

Und das bedeutet, dass es begleitet, vorbereitet und strukturiert abläuft: Mentoring ist kein Selbstläufer!

Was ist eigentlich Mentoring?

Mentoring ist erprobt und taucht erstmals in der griechischen Mythologie auf: Mentor und Telemachus, Sohn Odysseus’. Vor seiner Reise beauftragte Odysseus seinen besten Freund Mentor, sich um seinen Sohn zu kümmern.

So etablierte sich das Mentoring als Beziehung, in der eine erfahrene Person ihr Wissen und ihre Erfahrung an eine weniger Erfahrene weitergibt. Ziel war, dass die weniger erfahrene Person von den Erkenntnissen profitiert und aus ihnen lernt. 

Heute gibt es ebenfalls viele Beispiele, die dem von Mentor und Telemachus folgen, allerdings geschieht noch etwas weitaus Spannenderes: das Wissen, nicht ausschließlich das Alter, bestimmt, wer die Rolle des Mentors einnimmt.

Weiterentwicklung und die Angst vor Abwerbung

Die typische Sorge im Cross-Mentoring lautet: Der Mentor wirbt den Mentee ab, wir verlieren Talent. Dein Konter ist der CFO/CEO-Dialog: "Was, wenn wir investieren und sie gehen?" gegen "Was, wenn wir es nicht tun und sie bleiben?" Du spielst das gefürchtete Szenario durch und zeigst, dass "investieren und sie gehen" gar kein Disaster ist, denn drei positive Dinge passieren:

  • Sie tragen den guten Ruf der Organisation weiter
  • Sie blicken dankbar zurück.
  • Sie kommen vielleicht zurück, als Kunde, Partner oder Mitarbeitende.

Drei Anstupser für Dich

Ob Du für Dein Unternehmen Mentoring inspizierst, als Mentor tätig werden möchtest oder als Mentee Deine berufliche Weiterentwicklung vorantreiben möchtest.

Drei Grundgedanken solltest Du vorab durchdenken.

Warum Mentoring

Wenn das Mentoring stattgefunden hat, gibt es immer ein Ziel, das erreicht werden soll. Welches ist das? Was ist danach anders? Was genau erhoffst Du Dir von Mentoring?

Welche Ressourcen

Ressourcen können von Büchern, Prozessen bis hin zu Menschen alles sein. Worauf kannst Du zurückgreifen? Wie wirst Du das Mentoring zielführend nutzen? Was brauchst Du?

Welchen Rahmen

Der Rahmen bezieht sich auf die Dauer, Häufigkeit der Treffen und Anzahl an Themen, die Du angehen möchtest.  Wie klar bist Du diesbezüglich? Was fehlt für mehr Klarheit?

Die verschiedenen Arten von Mentoring

Es gibt viele verschiedene Mentoringformate. Das verfolgte Ziel ist immer dasselbe: aus den Erfahrungen anderer zu lernen, statt jede einzelne Erfahrung selbst machen zu müssen. Das Tolle: Mentoring hat sich weiterentwickelt und längst haben wir verstanden, dass wir nicht nur von 20 Jahren Berufserfahrung lernen können, sondern auch von jemandem ohne ein einziges Jahr auf dem Buckel.

Die vier wichtigsten Formen unterscheiden sich im Prinzip durch ihr Ziel oder ihr Setup.

Klassisches Mentoring folgt dem Prinzip von Mentor und Telemachos. Dabei unterstützt eine erfahrene Führungskraft ein Talent oder angehende Führungskraft bei der beruflichen Weiterentwicklung.

 

Reverse Mentoring findet dagegen statt, wenn eine junge Person einer älteren Person etwas beibringt. Insbesondere in Zeiten von Web 2 wurde erfahrenen Führungskräften ein technikaffiner Mentor oder eine Social-Media-versierte Mentorin an die Seite gestellt.

Meines Erachtens könnte dieser Begriff übrigens abgeschafft werden und wir ergänzen es unter klassisches Mentoring, – warum die Sache unnötig verkomplizieren?

Gruppenmentoring ist eines meiner Lieblingsformate. Das liegt im Grundgedanken dessen, was im Mentoring wirklich wichtig ist:anzuerkennen, dass wir von allen Persönlichkeiten lernen können und es nichts Besseres gibt, als wenn sich eine Gruppe von Menschen zusammenfindet und plötzlich die Ideen nur so sprudeln, weil „man unter seinesgleichen“ ist. Im Gruppen-Mentoring befindet sich also eine Gruppe von Mentees mit denselben Herausforderungen, und eine Person moderiert die Interaktion.

 

Cross-Mentoring ist gemeint, wenn insbesondere darauf geachtet wird, dass das Mentortandem aus zwei Personen besteht, die entweder aus zwei unterschiedlichen Industrien oder Gebieten aufeinandertreffen. Das Ziel lautet dabei erneut Lehren aus dem einen Bereich in den anderen zu übertragen.

Häufig höre ich eine Sorge: dann verliere ich ja meine Talente an eine andere Organisation! Möglich. Und da gibt es ein bekanntes Gespräch zwischen einem CFO und CEO in welchem der CFO die Möglichkeit in Betracht zieht nicht in die Entwicklung der Mitarbeiter zu investieren, weil sie dann möglicherweise woanders eine bessere Beschäftigung finden, worauf der CEO antwortet: „Was passiert, wenn wir nicht in die Entwicklung unserer Mitarbeiter investieren und sie bleiben?“ Melissa beantwortet diese Frage in dem nachfolgenden Video.

 

Personalentwicklung mit Mentoring

Watch our teaser video for a glimpse into the inspiring keynotes, interactive workshops, and networking opportunities that await

Mentoring-Erfahrungen

Was Mentoringtandems über Mentoring sagen:

  • Mentoring Zitate Webseite 1
  • Mentoring Zitate Webseite 2
  • Mentoring Zitate Webseite 4
  • Mentoring Zitate Webseite 3

Mentoring Deep-dive

In der Literatur finden sich übrigens noch weitere Formate: Peer-Mentoring, Online-Mentoring, Unternehmens-Mentoring, Karriere-Mentoring, projektbasiertes und fachliches Mentoring. Das ist sicherlich alles richtig und gut zu wissen. Sie unterscheiden sich allerdings nicht von den oben genannten vier Formaten. Peer-Mentoring ist wie klassisches Mentoring, nur dass sichergestellt wird, dass ein Kollege auf gleicher hierarchischer Ebene als Mentor fungiert. Online-Mentoring unterscheidet sich nur in der Form des Treffens und kann in allen oben genannten Formaten stattfinden. Die anderen genannten Formate unterscheiden sich schlichtweg dahingehend, dass sie einem Thema zugrunde liegen und somit, könnte es noch zig weitere Mentoringformate geben.

Mentortandem Makro (1)

Das Mentoring Tandem

Wenn ich vom Mentortandem spreche, dann ist von MentorIn und Mentee die Rede. Es meint die beiden Parteien, die ihre gemeinsam Reise antreten. Um es wieder simpel zu halten, spreche ich auch beim Gruppen-Mentoring von Tandems.

Die Mentoring Ressourcen

Von Trainings über begleitende Dokumentation für die Mentortandems und auch die schriftliche Kommunikation sind wichtige Informationen, die dem Prozess helfen. Alle Programme, die ich kennenlernen durfte und nur mäßig gut laufen, scheitern, weil die Mentortandems zu sehr alleine gelassen werden und sich Organisatoren lieber darauf verlassen, dass die Mentorin „das schon macht“. Stell Dir nun jedoch vor, beide Seiten wüssten genau, was sie tun und fühlen sich bestärkt. Klingt nach voller Kraft voraus, oder?!Hier findest Du zwei Übersichten, die Dir sowohl als Mentor als auch als Mentee bei Deiner Vor- und Nachbereitung helfen.

Mentoring Ressourcen Makro
Mentorprozess Makro

Der Mentoringprozess

Viele konzentrieren sich ausschließlich auf die Zeit, in der beide Parteien im Mentoring stecken. Der Mentoringprozess ist allerdings mehr und startet, bevor die Mentortandems sich finden, nämlich bei der Auswahl und Rekrutierung der Mentees. Erfolgreiches Mentoring bedeutet außerdem, dass auf beiden Seiten Unterstützung angeboten wird und somit ein reibungsloser Ablauf sichergestellt ist. Auch ein Abschluss in Form einer Zufriedenheitsabfrage gehört in gut funktionierende Mentoringprozesse dazu. Es ist also weit mehr als der Austausch zweier Menschen.

Für wen ist Mentoring eigentlich?

Zielgruppen und Nutzen

Erfahrene Führungskräfte

Führungskräfte
profitieren davon, etablierte Routinen zu hinterfragen. Mentoring tut genau das, egal auf welcher Seite du sitzt. Du wirst dich befähigen, in Zeiten von Veränderung agil und lösungsorientiert zu handeln.

Zukünftige Führungskräfte

zukünftige FKs
erfahren, wie sie ihr volles Potenzial ausschöpfen, was sie von anderen lernen und was sie besser nicht tun sollten.

Speziell eine tolle Sache für Frauen

Frauen
profitieren von Verbündeten, in Form eines Mentors, speziell in männerdominierten Industrien und Kulturen. Sie profitieren von Melissas ehrlichen Erkenntnissen über ihre eigenen Fehler.

Das Mentoring Journal - die offenen Geheimnisse

Worum geht es in dem Buch?

Die Idee ist, einen anwendungsorientierten Leitfaden für die Reise im Mentoring zur Verfügung zu stellen, – daher auch der Name Reisebegleiter. Man könnte diesen Gedanken auch etwas breiter aufstellen und sagen, dass es eine Anleitung ist, wie man Weiterentwicklungsgespräche mit Mitarbeitenden führt.

Das Hauptziel ist, dem Lesenden mit wenig Text und vielen Formularen das Gefühl zu geben, dass er-sie schnell und einfach versteht, wie ihn-sie dieses Workbook im Mentoringprozess unterstützt. Wenn Lesende das Buch in die Hand nehmen, soll es bei ihm-ihr Selbstreflexion und neue Gedankenimpulse auslösen. Gleichzeitig soll es beiden Seiten (Mentor und Mentee) die Möglichkeit geben, in ihrem gemeinsamen Prozess an alles zu denken, was es zu beachten gilt, damit das Mentortandem eine erfolgreiche Zusammenarbeit erlebt.

Wie entstand die Idee dazu?

Meine Firma betreut ein Corporate Social Responsibility-Projekt The Link, dass Frauen erfahrene Führungskräfte als Mentoren zur Verfügung stellt. In den letzten fünf Jahren war das Hauptanliegen stets eine prozessbegleitende Dokumentation zu erhalten, die beide als hilfreich empfinden. Wir haben ein komplettes Lernprogramm, in dem Mentoring selbst erklärt wird und beiden Seiten Hilfestellungen angeboten werden. Im Zuge dessen führen wir jährlich Analysen, was den Teilnehmenden noch fehlt. Letztes Jahr haben wir daher einen Testlauf mit einem Mentee-Tagebuch gemacht, der von beiden Seiten als sehr hilfreich angesehen wurde, da die Praktikabilität, das Journal in die Gespräche mitzunehmen, faszinierte.

Meine Firma bietet obendrein Schulungen zum Thema Mentoring an, bei denen wir ähnliche Vorlagen nutzen und welche die Basis für den Reisebegleiter waren. Der dritte Impuls für diese Idee war schlussendlich ein Kunde in Dubai, mit dem ich seit fünf Jahren arbeite und mich fragte, wo das kleine grüne Büchlein zu kaufen sei und ob es das Gleiche auch für den Mentor gäbe. Das war der Moment, in dem ich dachte, es braucht einen richtigen Reisebegleiter für beide Parteien.

Was macht das Buch so besonders?

Seine Anwendungsfreundlichkeit zum schnellen Einsatz, kreativen Designs und das Wendebuch-Konzept, was beide Seiten dazu animieren wird, in die Welt des Konversationspartner einzutauchen. Ich finde das eine starke Idee, weil somit beide Parteien das Buch kaufen.

Mentoring existiert seit vielen Jahren in Unternehmen als Personalentwicklungsmethode und erhält immer wieder Aufmerksamkeitsschübe, wenn es beispielsweise um den Frauenanteil in Unternehmen geht. Sally Helgesen bemerkt in ihrem neuen Buch die Methodik von Mentoring, und hat mir ihre tatkräftige Unterstützung zugesichert, es zu platzieren, wenn Firmen nach ihren Keynotes Mentoring als Lösung anstreben. (Deswegen muss es auf jeden Fall auch übersetzt werden.)

Welche drei Wörter beschreiben das Buch perfekt?

Anwendungsorientiert, intuitiv, inspirierend.