In einem anderen Beitrag haben wir Fragen zum richtigen Zeitpunkt des Wechsels vom Mentee zum Mentor erläutert. Und wichtig wäre, dass der Wandel vom Mentee zum Mentor kein unwiderrufbarer Schritt ist. Du kannst jederzeit wieder Mentee werden. Gleichzeitig beide Tätigkeiten auszuführen ist allerdings weniger hilfreich.
Beschäftigen wir uns also mit der Frage „Wie du am besten Mentor wirst“ ...
Es beginnt mit der Selbstreflexion: Überlege Dir gut, in welchen Bereichen du qualifiziert und bereit bist, anderen zu helfen. Dazu gehört, dass Du Deine Stärken identifizierst, über Deine Schwächen reflektierst und die Themen, in denen Du am meisten beitragen kannst, benennst.
Wenn Du Dir im Klaren darüber bist, was Du anbieten kannst, geht es darum, Dir Ziele zu setzen.
Möchtest du Einzelpersonen in ihrer beruflichen Karriere unterstützen, ihre persönliche Entwicklung fördern oder spezifische Fähigkeiten vermitteln? Dazu gehört auch die Frage, wie du mentorieren möchtest.
Sind Dir persönliche Treffen wichtig? Ist es für Dich zeitlich besser, Deine Unterstützung online anzubieten? Hast Du eine Vorstellung von Deiner Mentee (Alter, Geschlecht, Hintergrund, kulturelle Erfahrungen…)?
Jetzt können wir uns auf die Schritte konzentrieren, die Dich zum Mentor machen.
- Aufbau von Beziehungen:
Gehe auf Menschen zu, die von deinem Wissen profitieren könnten oder die bereits Interesse an Deiner Unterstützung gezeigt haben. Erwähne Deinen Wunsch und Deine Beweggründe (siehe andere Kolumne), wie Du unterstützen könntest, und beschreibe ausserdem, wie Du Dein Wissen und Deine Erfahrung teilen möchtest. Vertrauen und eine gute Beziehung zu anderen werden die Basis für das Mentorship und es ist der erste Schritt, um Dich als Mentor zu etablieren.
- Entwickle Deine Kommunikation:
Höre aktiv zu und stelle gezielte Fragen, um die Bedürfnisse und Ziele anderer zu verstehen. Teile deine Erfahrungen, Ratschläge und Einsichten erst, wenn Dein Gegenüber Zeit hatte, sich zu artikulieren. Wenn Du sie teilst, dann gehe dabei klar und verständlich vor.
- Übe Empathie und Geduld:
Sei geduldig und empathisch. Jeder individuelle Fortschritt geschieht im Tempo der Person, die sich weiterentwickelt. In deren Tempo und nicht in Deinem! Das bedeutet, dass es vor allem zu Beginn erfordert, dass Du darauf achtest, weniger Redeanteil zu haben als Dein Mentee.
- Perfektioniere Dein Feedback:
Und damit ist gemeint, dass Du stets konstruktives Feedback gibst und keine allgemeinen Generalisierungen. Ermutige deine Mentees, aus ihren Fehlern zu lernen und sich kontinuierlich zu verbessern, ohne den Fehler schlecht zu machen, aber stattdessen wertzuschätzen, dass er passiert ist.
- Treibe Deine Weiterentwicklung vor:
Als Mentor lernst du weiterhin. Hälst Dich über aktuelle Entwicklungen in Deinem Fachgebiet auf dem Laufenden und du verbesserst Deine eigenen Fähigkeiten. Dazu gehört, dass Du Dir Feedback einholst, auch von Deinen Mentees, um Deine Mentoring-Techniken zu verbessern. Auch eine Supervision könnte dabei hilfreich sein, die Dir jeder Coach sicherlich gerne anbieten würde.
- Grenzen setzen:
Setze klare Grenzen für deine Verfügbarkeit und die Art der Unterstützung, die du anbietest. Vermeide, dich selbst zu überfordern, und halte Dich an die gesetzten Grenzen. Wenn Du Grenzen stets überschreitest, wird Dein Gegenüber das auch tun.
Der Übergang vom Mentee zum Mentor erfordert Engagement, Hingabe und die Bereitschaft, anderen zu helfen. Indem du deine Erfahrungen teilst und andere inspirierst, kannst du eine bedeutende positive Wirkung auf ihre Entwicklung haben.